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Burgwald

Der jüngste der Burgwalder Ortsteile verdankt seine Entstehung einer Munitionsanstalt (abgekürzt Muna) der deutschen Wehrmacht zur Zeit des Nationalsozialismus. Im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht wurde 1936–1938 in der Gemarkung von Wiesenfeld, nahe der Bahnlinie in einem Randbereich des Burgwalds, die Luftmunitionsanstalt Frankenberg errichtet. Zweck dieser Muna, wie auch vergleichbarer Einrichtungen, war die Fertigstellung und Lagerung von Munition für die Luftwaffe. Im Verlauf des Krieges wurde auch Kampfstoffmunition, darunter das Nervengas Tabun, in der Muna gelagert.[1] Am 29. März 1945 wurde die Muna von den vorrückenden amerikanischen Truppen eingenommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Wohn- und Verwaltungsgebäude der Muna weiter genutzt. In den ebenfalls unzerstört gebliebenen Munitionsarbeitshäusern, Packhallen und sonstigen Arbeitsgebäuden siedelten sich etliche Industrieunternehmen an. Diese Gebäude sind auch heute noch größtenteils erhalten. Die über 100 zur Lagerung der Munition dienenden oberirdischen Bunker im Burgwald wurden dagegen nach dem Krieg gesprengt.

Die aus den ehemaligen Wohn- und Arbeitsbereichen der Luftmunitionsanstalt Frankenberg entstandene Ansiedlung wurde von den Einheimischen anfänglich (und teilweise noch heute) zunächst weiterhin Muna genannt. Im Jahr 1948 erhielt der neue Ort offiziell den Namen Industriehof. Bereits 1959 erreichte Industriehof die Einwohnerzahl des weitaus älteren Dorfes Wiesenfeld, zu dem es als Ortsteil gehörte. 1976 wurde Industriehof auch verwaltungsmäßig von Wiesenfeld abgetrennt und zu einem eigenen Ortsteil der 1971 gegründeten Großgemeinde Burgwald. Im Jahr 1996 wurde Industriehof schließlich in Burgwald umbenannt.

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