
Die Siedler, die nach der Völkerwanderung in das obere Wetschaftstal kamen, waren Franken. Von ihnen wurde Ernsthausen etwa 800 – 900 n. Chr. gegründet. Ernsthausen muss als eine der letzten Siedlungen gegen Ende dieser Zeit entstanden sein, die in den Talgründen als kleine Dörfer mit etwa drei bis acht Anwesen entstanden.
Das Jahr der Ersterwähnung mit der Namensgebung „Erneshusen“ wird auf das Jahr 1303 datiert, im 15. Jahrhundert setzt sich die Bezeichnung Ernsthusen durch (der Name hängt mit „Ernst“ zusammen und bedeutet „entschlossener Kämpfer“). 1482 war es wüst, 1502 hatte es 15, 1577 wieder 48, 1747 nahezu 100 Haushaltungen und 1895 etwa 650 Einwohner. Die alte Ortschaft lag oberhalb der Kirche.
Aus den kleinen Siedlungen und Einzelhöfen rückten – wie fast überall in Deutschland – die Bewohner in einen mittleren, zentralen Ort zusammen. Das war in der Regel der Ort mit Kirche und Friedhof, und so geschah es auch in Ernsthausen. Wann genau diese Ballung einsetzte, wann genau die heutigen Haufendörfer entstanden sind, lässt sich nur ungefähr sagen: man nennt die Zeit um 1300 – 1350.
Es scheint, dass sich dieses alte Ernsthausen erst nach dem 30-jährigen Krieg wesentlich verändert hat, und zwar durch neue Siedlerstellen an der heutigen Vorstadt – sowie der Bremer Straße. Zwischen 1750, als die Verwüstungen dieses verheerenden Krieges einigermaßen überwunden waren, und 1900 hat sich Ernsthausen praktisch nicht vergrößert. Das anbaufähige Land war im wesentlichen unter dem Pflug. Viele jüngere Nachkommen in den Familien waren gezwungen auszuwandern, um auswärts eine Existenz zu finden.
Erst im 19. Jahrhundert durch den Bau der Eisenbahnlinie (1890) und im 20. Jahrhundert hat sich das Bild des Dorfes gänzlich geändert, in dem lange neue Straßenzüge und zuletzt eine ganze neue Siedlung entstanden sind. Während im Dorfbereich immer noch landwirtschaftliche Gehöfte das Bild bestimmen, hebt sich die nach dem Zweiten Weltkrieg angelegte Neubausiedlung deutlich davon ab. Die vertriebenen Ungarndeutschen (siehe auch Perbál), die sich dort ansiedelten, fanden Aufnahme in der Bevölkerung und eine neue Heimat.