(früher: Muna, Industriehof)

Die Luftmunitionsanstalt (Luft-Muna) bei Frankenberg (Eder) wurde 1936 im Rahmen der nationalsozialistischen Aufrüstung geplant und mit großem Mitteleinsatz ab Mai 1936 erbaut, sogar mit einem eigenen Gleisanschluss an die Reichsbahnlinie Marburg – Warburg über den Bahnhof Birkenbringhausen versehen.
Um gegen Luftangriffe möglichst gut geschützt zu sein, wurde die ganze Anlage mitten in den staatlichen Forst nördlich von Wiesenfeld gelegt – beim Bau wurden die Bunker in den Wald integriert. Die Muna nahm ihren Betrieb im Jahre 1938 auf; von da an bis März 1945 wurden Bomben sowie Flak- und Bordwaffenmunition eingelagert. In der Folgezeit betrieben und verwalteten die US-amerikanischen Truppen und die Staatliche Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut mbH (Hessen) das etwa 155 ha große Gelände als Lager und Zerlegebetrieb.
Der damalige Landrat Dr. Stapenhorst sah in den noch vorhandenen Gebäuden des Rüstungsbetriebes – die meisten Bunker wurden gesprengt – den Grundstock für künftig anzusiedelnde Gewerbe- und Industriebetriebe. Die seinerzeit bestehenden Eigentumsverhältnisse führten zu der kompliziert kuriosen Situation, dass die Gebäude der Bundesverwaltung, Grund und Boden aber der hessischen Forstverwaltung unterstanden. Bereits ab Sommer 1947 ließen sich erste Unternehmen nieder, kommunalpolitisch wurde der „Industriehof“ durch die Altgemeinde Wiesenfeld betreut. Sehr schnell änderte sich in den kommenden Jahren das Bild: Wohngebiete entstanden, alte Hallen wurden umgebaut und neue Produktionsstätten errichtet. Der Industriehof, anfangs bescheiden als Wohnplatz der (ehemals) selbständigen Gemeinde Wiesenfeld geführt, entwickelte als Wohn- und Gewerbestandort eine Eigendynamik – schon 1959 hatte der neue Siedlungskomplex die Einwohnerzahl des alten Dorfes Wiesenfeld erreicht.
Der Entwicklung des Ortes und den Interessen der dort heimischen Menschen wurde in späteren Jahren insofern Rechnung getragen, als ihn durch das Regierungspräsidium Kassel auf jeweils begründeten Antrag in
- 1976 die Eigenschaft eines von Wiesenfeld abgetrennten, regulären Ortsteils der Gemeinde Burgwald,
- 1996 die Namensänderung in „Ortsteil Burgwald“ zuerkannt wurde.
Der Ortsteil Burgwald trägt als Gewerbestandort wesentlich zur Wirtschaftskraft der Gemeinde Burgwald bei und besticht durch kontinental- und z. T. weltweit produzierende und kooperierende Unternehmen, eine Wandlung von der Luft-Muna zum attraktiven Wohn- und Gewerbestandort innerhalb weniger Jahrzehnte.
Im Ortsteil Burgwald befindet sich der Sitz der Gemeindeverwaltung.