Der Burgwald, mit 200 qkm Wald eines der größten geschlossenen Waldgebiete in Hessen, gab im Zuge der Gebietsreform der Gemeinde Burgwald ihren Namen. Aber nicht nur den Namen: Er gab ihr auch die reizvolle, herbe Schönheit seiner bergigen Landschaft, die mit ihrem Waldgürtel und ihren stillen Wiesentälern an vielen Stellen bis in die einzelnen Ortsteile hineinreicht. Fast die Hälfte des gesamten Gemeindegebietes von Burgwald (41,2 qkm) besteht aus Wald, während eine Fläche von rund 17 qkm landwirtschaftlich genutzt wird. Ein großer Teil der Bevölkerung von Burgwald ist darum mit Wald und Landwirtschaft eng verbunden, wenngleich beides wirtschaftlich für die meisten Bewohner nur noch als Nebenerwerb von Bedeutung ist. Viele Burgwalder haben ihren Arbeitsplatz in der benachbarten Stadt Frankenberg und im oberen Edertal. Doch auch in der Gemeinde selbst entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsanstalt eine Gewerbeansiedlung von beachtlicher Größe, die heute einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde und ein Arbeitsplatzangebot für ihre Bürger darstellt. Der heutige Ortsteil Burgwald, anfangs Wohnplatz der vordem selbständigen Gemeinde Wiesenfeld, wird mit seinen Handels- und Gewerbebetrieben jedoch so von Wald umschlossen, dass er als Wohn- und Fremdenverkehrsort ein Anziehungspunkt geblieben ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche Heimatvertriebene in den Ortsteilen der heutigen Gemeinde Burgwald ein neues Zuhause. Sie bauten sich in den schweren Nachkriegsjahren, wie die Neubausiedlungen in den Ortsteilen Burgwald und Ernsthausen sichtbar beweisen, eine neue Existenz auf und sind heute, schon in zweiter und dritter Generation, längst in die Bevölkerung integriert. Durch ihre Naturnähe, gepflegten Dorfbilder, Freizeitanlagen und weiten Wanderwege im Burgwald ist die Gemeinde auch für Neubürger attraktiv geworden.
Nachdem sich 01. Juli 1971 die ehemals selbständigen Gemeinden Birkenbringhausen, Ernsthausen und Wiesenfeld mit dem Wohnplatz Industriehof politisch zur Großgemeinde Burgwald zusammengeschlossen haben, wurde die selbständige Gemeinde Bottendorf zum Abschluss der Gebietsreform per Gesetz am 01. Januar 1974 der neuen Großgemeinde angegliedert. Verwaltungssitz der Gemeinde wurde der neue Ortsteil Industriehof, der am 26. Juli 1996 in Burgwald umbenannt wurde. Wenngleich auch der Zusammenschluss der vormals selbständigen Gemeinden im Zuge der Gebietsreform nicht ganz ohne Reibungen verlief, so sind doch die fünf Ortsteile heute zu einer geschlossenen, leistungsfähigen Großgemeinde zusammengewachsen.